
Grund Nummer 1, sich nach einem Hobby umzusehen, hat mit einer Familienfeier zu tun. Vor Kurzem, auf genau so einer, ist mir etwas richtig bewusst geworden: Da sitzt eine Gruppe von zwölf Personen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, die weder menschliche Werte noch politische Ansichten teilen, die sich aber in einem Punkt vollkommen einig sind: Ihr eigenes Handyverhalten ist ein Problem. Für sie selbst.
Fast eine Stunde lang drehte sich das Gespräch darum, wer welche Methoden ausprobiert, um weniger am Handy zu hängen, welche Strategien bei welchen Social-Media-Kanälen funktionieren und wie schlimm das alles inzwischen geworden sei. Wie sehr sich Handy und Social Media wie eine Sucht anfühlen, von der man nicht (so leicht) loskommt, selbst wenn man es wirklich möchte. 72 Stunden ohne Handy würden einen zu einem anderen Menschen machen, so das unüberprüfte Zitat einer undefinierten Studie einer der anwesenden Personen. Es fühlt sich wahrheitsgemäß an.
Dann haben wir uns verabschiedet und sind getrennte Wege gegangen. Aber ich wette sehr viel Geld darauf, dass alle, jede einzelne Person, ob die 19-jährige Schülerin, die gerade ein Social-Media-Praktikum absolviert, oder die 67-jährige Pensionistin, ob der Schwager oder die Schwester, dass alle früher oder später an diesem gleichen Abend ihr Handy gezückt und eine App geöffnet und sich auf genau die Art und Weise darin verloren haben, die sie kurze Zeit davor noch als Problem definiert und angeprangert hatten. Ich jedenfalls war eine von ihnen.
Deshalb wollen wir mit dem The Kurious Magazine auf die Suche nach Alternativen gehen. Hier, im gedruckten Heft und im Newsletter, werden wir die unterschiedlichsten Ansätze testen: von neuen Gadgets, die ein Leben mit weniger Content-Konsum-Sucht versprechen, bis zum Digital Detox. Wir machen das, weil wir auf der Suche nach wirklich ernsthaften, praktischen und praktikablen Tipps und Ideen sind.
Denn was nützt es, wenn wir Instagram vom Handy löschen und es in einem schwachen Moment innerhalb von drei Minuten wiederherstellen? Oder wenn wir uns ausgeschlossen und von unserem Freundeskreis entfremdet fühlen, weil wir nicht mehr Teil der WhatsApp-Gruppe sind, weil wir jetzt ein Klapphandy haben?
Wir wollen Tipps, die tatsächlich funktionieren und unser Leben besser, nicht mühsamer oder schlechter machen. Denn gleichzeitig lieben wir das Internet und die Möglichkeiten, die uns Apps (welcher Art auch immer), Newsletter und Podcasts oder auch ChatGPT bieten. Wir wollen nicht zurück, wir wollen nur anders hier sein.
Deshalb sprach uns ein Zitat, das in einem Newsletter (The Analogue Family) vorkam, direkt an und wurde auch ein bisschen zum Motto, oder zum Leitsatz des The Kurious Magazines:
Fixing your relationship with digital tools requires that you fix your analog life first.
Frei übersetzt: Um dein Verhältnis zu deinen digitalen Geräten auf die Reihe zu bekommen, musst du dich zuallererst um dein analoges Leben kümmern.
Und weiter:
It’s not enough to stop using problematic apps and devices, you must also aggressively pursue alternative activities to fill the voids this digital abstention will create.
Es bringt nämlich nichts, einfach nur die problematischen Apps und Geräte wegzulassen. Du musst vor allem ganz aktiv Alternativen finden, um die Lücken, die durch das Weglassen entstehen, wieder zu füllen.
Das Zitat kommt von Cal Newport, Autor von Büchern wie Slow Productivity und Digital Minimalism – und ehrlich gesagt wissen wir nichts über ihn, wir haben, außer diesem Zitat, nichts von ihm gelesen. Es geht uns nicht um den Autor, sondern um das, was wir aus diesem Zitat herauslesen. Denn es klingt mindestens genauso wahrhaftig wie die nicht verifizierte Studie mit den 72 Stunden.
Um dein Verhältnis zu deinen digitalen Geräten auf die Reihe zu bekommen, musst du dich zuallererst um dein analoges Leben kümmern. Mit dem The Kurious Magazine wollen wir uns also (auch) aktiv um unser analoges Leben kümmern. Und Hobbies sind da, ehrlich gesagt, sehr praktisch.
Grund Nummer 2 für ein neues Hobby ist, dass, wenn wir Hobby sagen, wir Neugierde meinen. Wir wollen euch hier nicht nur auffordern: Legt doch das Handy weg! Geht doch raus! Wir sind ja nicht eure (innerlichen) Eltern.
Was wir wollen, ist herauszufinden, was einen denn wirklich und tatsächlich hooken kann, was einen einnehmen und potenziell ehrliche Begeisterung auslösen kann – oder, und das ist uns besonders wichtig, wie genau diese Begeisterung denn entstehen kann. Denn wir wollen bestimmt nicht ein weiteres To-Do für eure Wie-lebe-ich-ein-vernünftig-gutes-Leben-Liste. Wir wollen the real thing.

Fürs The Kurious Magazine Nr. 1 haben wir uns fürs Vögel-Beobachten entschieden, auch wenn wir Vögel erstmal sehr seltsam finden und damit nicht natürlicherweise was am Hut haben. Damit, stellt sich heraus, sind wir nicht alleine! Und: Es ist keine zwingende Voraussetzung fürs Birding, dass man Vögel gut findet.
In diesem Schwerpunkt lest und hört ihr:
Außerdem bekommt ihr Federn-True-Crime, Vögel-Mode, die Suche nach Eva, Kunst und eine Liste mit Vögeln, die ihr jetzt gleich suchen könntet. Viel Spaß!
P.S.: Wenn ihr es denn ausprobiert habt, dann wollen wir wissen, wie es euch ergangen ist: Was ist passiert? Wird es euer neues Hobby? Unsere Kurious-Hotline-Nr. ist 0043-676-67-13-997. Wir sind auf Signal und WhatsApp erreichbar. Lasst mal was von euch hören!
P.P.S.: Ihr wollt freitägliche Updates für Birding oder Offline-Challenges? Dann meldet euch für unseren Newsletter an! Wenn es euch nicht gefällt, könnt ihr euch wieder abmelden, wir sind euch nicht böse :) Auf: www.thekuriousmag.com/postfuermich