Ein Abenteuer braucht keinen Flug und kein Sabbatical. Es braucht eine Regel, an die man sich hält, und die Bereitschaft, dass es unbequem wird. Das ist im Grunde die ganze Idee hinter diesem Schwerpunkt, und sie ist älter als der englische Begriff Microadventure, der sie ganz gut beschreibt.
Iris ist mit Fred exakt geradeaus durchs Burgenland gegangen – maximale Abweichung von der imaginären Linie: 25 Meter. Das heißt über Zäune klettern, durch Dornenhecken gehen und im Fichtenwald ein Zelt aufbauen, das in der Nacht vom Sturm an die Körper gedrückt wird. Sie hat vorher nie im Wald übernachtet. Danach hat sie gesagt, es war wie ein Fiebertraum.
Dazu kommen vier Tage am Schladminger Höhenweg mit fünf Blasen, fast 3000 Höhenmetern und zehn Tipps, die wir uns vorher gewünscht hätten. Eine erste Critical Mass über den Wiener Gürtel, bei der das Ungewohnte nicht die Strecke ist, sondern das Gefühl, mit Hunderten anderen gleichzeitig unterwegs zu sein. Und eine handgeschriebene Postkarte aus Tirol, weil manchmal auch ein Steinbock und ein Berg reichen.
Das Prinzip ist immer dasselbe: eigene Spielregeln aufstellen, so wie als Kind. Im Spiel gehen wir jetzt nur geradeaus, okay?